Musik zur Entspannung

Unter Entspannungsmusik verstehen Komponisten, Instrumentalisten und Therapeuten eine Form von Gebrauchsmusik. Damit entfällt erst einmal die Diskussion über den musikalischen Wert dieser Art von Musik. Denn Entspannungsmusik ist ihrem Anspruch nach ein zweckgerichtetes akustisches Hilfsmittel, um bestimmte Reaktionen beim Hörer hervorzurufen. Wie der Name schon sagt, soll eine beruhigte Stimmung für Entspannung sorgen. Die ist mit Harfenklängen und eher unrhythmischen „sphärischen Klangteppichen“ am ehesten zu erreichen. Zumindest besser als mit den Pauken und Trompeten, wie sie manchmal auch in hoch geschätzten klassischen Werken vorkommen. Beim Einsatz von Entspannungsmusik geht es um eine wirkungsvolle Einstimmung auf und nachhaltige Begleitung von Entspannungsübungen. Der künstlerische Stellenwert und individuelle musikalische Vorlieben sind hier also aus gesundheitlich-medizinischen Gründen zweitrangig (Quelle: Aponet).

Häufiger Anwendungsbereich: Entspannungsmusik in der Schwangerschaft

Babys, die sich noch im Mutterleib befinden, reagieren bereits in einem recht starken Maße auf Stress-Situationen, denen die werdende Mutter ausgesetzt ist. Entspannungsmusik führt schnell in die geeignete mentale Verfassung, sich auf Entspannungsübungen einzulassen. Solche Übungen können schwangere Frauen in Gruppensitzungen oder auch regelmäßig zu Hause allein durchführen. Es versteht sich fast von selbst, dass zur musikalischen „Früherziehung“ noch ungeborener Babys die Rückkoppelungsgeräusche von E-Gitarren eher nicht geeignet sind. Eher gilt: Was einer werdenden Mutter und ihrem Baby besonders gut tut, ist generell auch für alle Stressgeplagten sehr gesund.

Woran ist die ideale Entspannungsmusik zu erkennen?

Tonträger mit Entspannungsklängen werden oft im Paket mit einem Buch zu Entspannungstechniken, Atemtechniken und Entspannungsübungen angeboten. Dann besteht auch eine gewisse Sicherheit, dass es sich um Original-Entspannungsmusik handelt, also speziell für diesen Zweck geeignete Musik. Natürlich entsteht bei passionierten Musikliebhabern gerne der Reflex, selbst zu bestimmen, was einen entspannt oder nicht. Dieser berechtigten Strategie sei aber nochmals freundlich entgegnet: Profis, die Musik für die Gesundheit liefern, wissen genau, was sie tun. Sie sind dann auch damit einverstanden, dass sie Gebrauchsmusik liefern und so auch etikettiert werden. Man betrachte Entspannungs- und Mediationsmusik besser wie freiverkäufliche Medizin, die wirklich hilft. Deshalb bleibt es bei dem Tipp, sie eher dem gut sortierten Buch- oder Fachhandel als der eigenen Sammlung zu entnehmen.

Wie und warum wirkt Entspannungsmusik gegen Stress?

Bei Stress wird ungewollt Druck und Spannung aufgebaut. Adrenalin als sogenanntes „Stresshormon“ ist dann überreichlich vorhanden. Leider kann im Alltag nicht jeder Adrenalinschub auf natürliche Weise abgebaut werden. Adrenalin hilft in allen Situationen mit Gefahrenmomenten, in denen Adrenalin die letzten Kraft- und Konzentrationsreserven des Körpers stimuliert. Dann sind „Aufregung“ und Anspannung sehr nützlich. Aber stressbedingte Aufregung ohne Möglichkeit, sich auch nach Herzenslust oder sportlich abreagieren zu können, führt auf Dauer zu Gesundheitsproblemen. Die ständige Anspannung von Körper und Seele führt zu Ungleichgewicht im Wohlbefinden. Entspannungsmusik macht das Gegenteil von buchstäblich spannender Musik. Sie entführt den Hörer nicht in Geschichten, folgt keiner Abwechslung aus Strophe und Refrain, Disharmonie und Harmonie, Chaos und Ordnung. Meditationsmusik, wie Entspannungsmusik häufig auch genannt wird, führt dramaturgisch nirgendwohin. Außer vielleicht ins „Nichts“. Das zu erreichen, das ist wiederum große Kunst. Dann ist die Bezeichnung als Meditationsmusik also sehr passend. Denn das „Nirwana“ zu erreichen, ist ja in einigen Kulturkreisen das Ziel von Meditierenden und Entspannungskünstlern.

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