Wenn der Wind sich regt, erklingt die Äolsharfe

Besucher einstiger Barockgärten lauschten mit Freude den sphärenartigen Klängen der Äolsharfe. Das historische Instrument findet inzwischen auch den Weg in die Gegenwart.

Es klingt so romantisch und tatsächlich verleiht die Äolsharfe einen musikalischen Genuss der besonderen Art. Die sphärenartigen Töne und Klänge ertönen ausschließlich, wenn der Wind durch die Saiten des historischen Instruments streicht. Deshalb wird die Äolsharfe, auch Windharfe, nach dem griechischen Gott der Winde Aeolus, genannt. Einzig die Kraft des Windes bringt je nach Windgeschwindigkeit die Äolsharfe zum Klingen und lädt dabei zum kurzfristigen Lauschen und Verweilen ein. Sphärenartige Klänge, die nicht von dieser Welt scheinen, verzaubern mit einem stets einzigartigen Klangerlebnis.



Was die Äolsharfe so besonders macht

Wenn der Wind sich regt, erklingt die Aeolsharfe
Die Windharfe im Britzer Garten Berlin. Einfach Platz nehmen und den mystischen Klaengen lauschen

Jede Klang- und Tonfolge ist für den Moment bestimmt, denn der Gott des Windes streicht immer wieder anders über die Saiten des historischen Klangobjekts. Es lohnt sich also, sollten Sie einer Äolsharfe begegnen, kurz innezuhalten, die Augen zu schließen und den Augenblick des Einklangs zwischen Natur und mystischen Klängen zu genießen. Wer dabei ganz tief in sich geht und die Außenwelt kurz vergisst, wird sich vielleicht sogar durch die sphärischen Töne mit dem Universum verbunden fühlen. Denn auch dort im unendlichen Universum besteht eine sphärische Klanglandschaft. Von all diesen außerirdisch anmutenden Klängen einer Äolsharfe ist allerdings nichts zu hören, wenn es völlig windstill ist. Schweigt der König des Windes, verstummt auch die Äolsharfe.

Die Windharfe – gleiche Saiten, unterschiedliche Töne

Das Klangspektrum einer Windharfe richtet sich nach Windgeschwindigkeit, Richtung und Windstärke. So komponiert der Wind wundervolle und immer neue Klangfolgen, die durch das Springen der natürlichen Partialtöne (Obertöne) entstehen. Doch obwohl die Saiten einer Äolsharfe alle gleich gestimmt sind, sind meist verschiedene Töne zu hören. Einer Windharfe mit ihren mystisch anmutenden Klangteppichen zuzuhören, würde also wahrscheinlich nie langweilig werden. Leider ist das historische Instrument überwiegend in Vergessenheit geraten. Was recht bedauerlich ist, denn neben dem faszinierenden Hörerlebnis eignet sich das Klangspektrum ideal zum Meditieren. Oder einfach nur, um den Stresspegel zu senken und vom Alltag abzuschalten.

Das Hörerlebnis einer Äolsharfe live entdecken

Die Möglichkeit, dieses einzigartige Hörerlebnis einer Äolsharfe zu entdecken, bot beispielsweise der Britzer Garten im Sommer letzten Jahres. Die Leihgabe von Jutta Kelm, Oldenburg  an eine der grünen Oasen Berlins ließ erahnen, wie sich wohl auch früher in barocken Gärten oder Parks Besucher an den Klängen einer Windharfe erfreuten. Damals, im 18. bis 19. Jahrhundert war es durchaus üblich, Windharfen in die Bäume von Parks und Gärten zu hängen. Auch Dichter fühlten sich inspiriert vom Zauber der Windharfen, denn das historische Instrument fand bereits bei Goethe, Schiller, Homer und Shakespeare Erwähnung.

Historisches Klangobjekt zum Leben erweckt

In der heutigen Zeit ist die Äolsharfe eher selten in Gärten und Parks anzutreffen. Das mag daran liegen, dass dieses historische Instrument heute weniger im instrumentalen Repertoire präsent ist. Oder, weil der Erwerb einer Windharfe je nach Modell und Ausführung mit Preisen zwischen ca. 750,- bis über 5.000,- Euro zu Buche schlägt. Vereinzelt finden auch Kurse und Workshops zum Bau einer Windharfe statt und wer etwas handwerkliches Geschick mitbringt, ist vielleicht bald stolzer Besitzer einer solchen „Geisterharfe“. Interessierte Besucher können sich auch im Rahmen einzelner Ausstellungen an der Vielfalt der faszinierenden Klangobjekte erfreuen.

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