Durch Wandern gesund und fit bleiben

Immer mehr Deutsche wissen es: Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust. Doch was macht eigentlich das Wandern attraktiv und welche Rolle spielt dabei Natur und Klang?

Für viele beginnt beim Wandern ein Umdenken in Richtung romantisch-anmutender Wanderung, zumeist im Umland oder auch in weiter Ferne. Denn so lange man sich in der Natur befindet, wenn möglich, weit entfernt von Feinstaub und Verkehr, kann man hier eigentlich nur wenig falsch machen.

Doch warum sollte man überhaupt wandern?

Durch Wandern gesund und fit bleibenWandern, oder das Spazieren gehen, beugt tatsächlich vielen Krankheiten vor. Gesundheitlich gesehen, hält das Wandern Herz und Kreislauf sowie die Fettverbrennung in Schwung, Gelenke und Muskeln werden gestärkt. Darüber hinaus hilft Wandern beim Stressabbau. Durch die zusätzliche Dosis an Sauerstoff wirkt Wandern zudem buchstäblich wie eine Kur für Sinn und Verstand. Bei jungen Leuten ist Wandern zumeist weniger beliebt, doch sollte gerade hier ein Umdenken stattfinden. Denn über ernste Symptome aufgrund von Bewegungsmangel klagen bereits immer mehr junge Menschen. Denken wir nur einmal an den Burnout, Stress, Bewegungsarmut, Depression, Sauerstoffmangel, Ernährung, Fettleibigkeit, Herz-Kreislaufprobleme und Konzentrationsschwächen,- Schlagworte, die uns in unserer systematisch krankmachenden Gesellschaft überall begegnen. Darum, das Wandern hält fit und gesund, gilt als Schutz gegen allerlei Übel. Mit Spaß und wenig Equipment kann es also gern buchstäblich „über Stock und Stein“ gehen. Wandern ist also für alle Altersstufen eine ideale Gesundheitsvorsorge.

Warum beim Laufen das aktive Hören trainieren – Erfahrungsbericht

Selbstredend begegnen wir beim Spaziergang diversen Klängen und Naturgeräuschen,- doch haben Sie diese einmal aktiv wahrgenommen? Das Wandern im Wald bei dichtem Gehölz wird sicher eine andere Ausgangssituation darstellen, als z.B. das Wandern über die Wiese oder Asphalt. Bei einer Wanderung ist der Fokus zunächst nicht primär auf das Hören gerichtet, sondern auf das Laufen. Im Wald, durch viele Unebenheiten, ist der Weg schlichtweg beschwerlich und den Blick in die Baumwipfel sollten Sie nur mit Bedacht unternehmen. Jedoch, bei kurzen Pausen, können Sie Blick und Ohr gern in der Umgebung schweifen lassen und sich für eine Sekunde darauf besinnen, was wahrnehmbar ist.

  • Sehen und hören Sie den Wind durch die Blätter wehen, nehmen Sie vereinzelt Vögel wahr, Specht, oder andere Lebewesen? Oder spüren Sie die Anwesenheit von Duft und Tier, Insekt und Schweiß, bei anbrechenden leichten Regenschauern?

  • Auch sollten wir uns verinnerlichen, was wir nicht hören oder wahrnehmen können. Steht der Wald stumm und ohne Bewegung, ist kein Vogel zu hören? Surrt der Boden keinen einzigen Millimeter weit und scheint die Zeit wie still zu stehen?

Egal was Ihnen auf Ihrer Wanderung begegnet,- für Geist und Körper haben Sie hier sehr viel getan. Natürlich ist der körperliche Aspekt einer 20 oder 30 Kilometer langen Wanderung nicht wegzudenken und Sie wissen danach genau, was Sie getan haben. Doch scheint uns genau hier etwas Verlorengegangenes zu begegnen,- nämlich der Fokus auf die Dinge, die uns nicht stressen oder nervös stimmen. Jedoch, es bedarf tatsächlich einiger Zeit, Übung und Routine, aus seinem Alltag auszusteigen. Ja, buchstäblich einen Schritt hinauszusetzen, abzuschalten und nicht nur mit sich selbst beschäftigt zu sein, weder im Kopf noch im Gespräch. Den Fokus einfach mal auf alles andere zu richten, Zeitloses, sich gehen zu lassen. Beim Wandern heißt es nebst physischer Anstrengung, sich selbst zu überwinden, zu motivieren und aufs Neue zu fordern,- ein seelisches Spiel zwischen Fokus und Geist zu finden. Als Teil der Natur laufen wir nur als Zuschauer und Begleiter an der Natur vorbei, erhaschen und laufen wir durch eine Welt, die uns fremd und dennoch so nah vertraut erscheint.


Warum wandert Müller?

Der bekannte Liederzyklus von Franz Schubert greift den Gedichtband Wanderschaft von Wilhelm Müller auf, der 1821 als Teil der Gedichtsammlung „Die schöne Müllerin“ veröffentlicht wurde. Allgemein üblich zu dieser Zeit waren all jene reisenden Handwerksgesellen die sich ihre „Zunft“ erst auf diversen Reisen oder „ehrbaren“ Erfahrungen zunächst im Bauhandwerk auf Wanderschaft, als sogenannter Wandergeselle, erarbeiten mussten. Heutzutage sind wir davon etwas weiter entfernt. Doch liegen hier genau die Wurzeln, die uns durch Erzählungen und Gedichtsammlungen, wenn auch schön oder romantisch verklärt, überliefert sind und ein leicht Prosa gefärbtes Bild malen.

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