Trauerbewältigung im November – die 5 Trauerphasen

Der Sommer ist vorbei, die Tage werden kürzer und vor allem, dunkler. In unserer Hemisphäre der Welt kehrt spätestens mit Beginn des Novembers eine Zeit ein, in der das Bedürfnis nach Rückzug aufkommt.

Speziell für die ältere Generation unserer Gesellschaft wird mehr als deutlich,- die meiste Lebenszeit liegt bereits hinter ihnen. Ein Fakt, der unabänderlich ist, doch trotzdem traurig stimmt. Ein langer Lebenslauf bleibt von Verlust und Tod nicht verschont. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben viele ältere Menschen den endgültigen Abschied Nahestehender sowie Menschen aus ihrem Umfeld zu beklagen. Jeder verarbeitet Tod und Verlust auf individuelle Weise, doch gibt es verschiedene Ansätze, um Trauer zu bewältigen und sich wieder wohler zu fühlen. Um die Gefühlswelt besser zu verstehen fragen wir uns, welche Phasen durchläuft man eigentlich bei der Trauerbewältigung?

Phase 1 der Trauerbewältigung: Leugnen

Zunächst empfindet man bei akutem Verlust eine Form der Irrealität. Man befindet sich in einem Zustand, in dem man den Verlust und die damit verbundenen Veränderungen nicht wahr haben will. Der Tod eines geliebten Menschen bedeutet, mit der eigenen Trauer umgehen zu müssen. Es bleibt keine Wahl, es ist, als würde man in die Trauerphase hineingezwängt werden – die innerliche Einsamkeit zu begreifen, zu verstehen und den Schmerz zuzulassen. In Partnerschaften wird einer der Partner der erste sein, der verstirbt. Je nach Intensität und Dauer der Beziehung bzw. Ehe kann Einsamkeit und Trauer bei demjenigen, der zurückbleibt und den Verlust bewältigen muss, zum so genannten Broken-Heart-Syndrom führen. Ein ernstzunehmender Fakt, bei dem das Phänomen des gebrochenen Herzens bei Kummer und Liebeskummer auftritt und von Symptomen wie beim Herzinfarkt begleitet wird. Bei älteren Menschen, die gemeinsam mit ihrem Partner 30, 40 oder 50 Jahre durchs Leben gingen kommt es leider häufig vor, dass der Zurückgelassene kurz nach dem Ableben des geliebten Menschen ebenfalls verstirbt.

Phase 2 der Trauerbewältigung: Zorn

Tod ist selten leicht zu begreifen. Trauernde haben oft ein Gefühl der Ohnmacht, der Hilflosigkeit. Darin kann sich Ärger einbetten, Zorn über den Umstand, durch das Schicksal verlassen worden zu sein, einen geliebten Mensch verloren zu haben. Trauernde empfinden sogar häufig Neid und Missverständnis anderen Menschen gegenüber, die es scheinbar besser haben und ohne Verlust und Kummer am aktiven Leben teilnehmen können. Zusätzlich kann die subjektiv empfundene Ungerechtigkeit des Schicksals zu unkontrollierten Wutausbrüchen all jenen gegenüber führen, die den Schmerz und das Leid des Trauernden nicht angemessen verstehen oder einfühlend mit der Situation bzw. dem Betroffenen umgehen können.

Phase 3 der Trauerbewältigung: Verhandeln

Häufiges Verhaltensmuster in der dritten Phase der Trauerbewältigung ist der große Wunsch nach einem normalen und komfortablen Leben. Da dieses Streben nun für unabsehbare Zeit aus dem Gleichgewicht gerät, versuchen Trauernde eine Welt der Hoffnung aufzubauen. Das geht nur mit Verhandlungen mit sich selbst, den Familienmitgliedern, Freunden, oder den Glauben an Gott und die Religion.

Phase 4 der Trauerbewältigung: Depression

Diese Phase der Trauerbewältigung vereint alle bisherigen Emotionen und sieht als Resultat die Verzweiflung. Die Geschehnisse sind schmerzlich und Gefühle all umfänglich in unserem Leben. Man kann sich der Illusion der Hoffnung auf ein wie bisher gewohntes komfortables Leben nicht länger hingeben und muss erkennen, dass es keinen anderen Weg gibt als Verzweiflung. Um die letzte Phase 5, die Akzeptanz zu erreichen, müssen Wege und Ansätze gefunden werden, um nicht in Depressionen und unüberwindbarer Verzweiflung zu verfallen. An diesem Punkt ist es besonders wichtig, sich als Trauernder nicht zurückzuziehen und das soziale Umfeld nicht gänzlich aufzugeben, sondern aktiv Kontakte wie Familie und Freunde zu pflegen. Im gleichen Umfang sollten Familienmitglieder sowie Freunde weiterhin versuchen, den Trauernden am realen Leben mit ihnen teilhaben zu lassen sowie ihm Geborgenheit und Zeit zum Trauern bieten. Gerade in der akuten Zeit des Trauerns erscheint vielen undenkbar, einen Ausweg zu finden und wieder Freude am eigenen Leben zu haben. Dennoch finden viele Trauernde neben dem Glauben Trost in der Musik. Genau hier setzt Trauerarbeit mit Musik an, um Ansätze und Vorgehen individuell zu finden.

Lesen Sie hier wie Ihnen Musik bei der Trauerbewältigung helfen kann.

Phase 5 der Trauerbewältigung: Akzeptanz

Die letzte und somit auch schwierigste Phase der Trauerbewältigung ist dadurch geprägt, sich der Tatsache bewusst zu sein, dass die Dinge so sind, wie sie sind. Tod ist ein einschneidendes Ereignis, wonach bei den Hinterbliebenen nichts mehr ist, wie es war. Es ist die schwierigste Lebensaufgabe, doch man lernt mit der Zeit, mit dem Verlust und der Neuordnung umzugehen. Es bleibt, für sich einen Weg zu finden, bei dem der Trauernde einen Platz im Herzen für den Verstorbenen bewahrt und der Alltag dennoch weitergeführt werden kan

Es sei hier wichtig zu nennen, dass keine der Phasen wirklich linear ablaufen, sondern eher zirkulär miteinander im Austausch stehen und den langen Prozess der Trauerarbeit einleiten.

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