Kein Tabu – Trauerfeier mit heiter positiver Musik

Trauerzeremonien,- das sind eines der ältesten Rituale der Menschheit. So verschieden Menschen in unterschiedlichen Gruppen und Völkern sind, so unterschiedlich gestalten sich auch ihre Trauerrituale.

Den meisten Westeuropäern erscheinen Trauerzeremonien, die als wahres Fest empfunden und zelebriert werden, vollkommen fremd. Die Trauerfeier als „fröhliches Fest“? Wir haben uns die Frage gestellt, warum eigentlich nicht? Der Verlust eines Menschen, die Feier zum letzten Abschied, ist ein trauriger Anlass. Doch muss die Trauerfeier nicht zwangsläufig als schwermütiges und tränenreiches Ereignis gestaltet werden, sondern kann auch der Definition nach, mit frohem Mut als Aufbruch verstanden werden.

Der letzte Weg – Trauerrituale

Trauerrituale verbinden viele von uns mit längst vergangenen Zeiten, sind sie doch Feierlichkeiten, um Verstorbene auf eine ganz besondere Weise zu ehren. Beispielsweise wird in Afrika schlechtes Wetter und Regen während einer Trauerzeremonie als Zeichen dafür gesehen, dass der Verstorbene seinen Weg ins nächste Leben angetreten hat und seine Vorfahren bereits begrüßt. In Europa war es noch vor 200 Jahren üblich, alle Spiegel im Haus mit schwarzen Tüchern zu verhängen. Man ging im Allgemeinen davon aus, Spiegel würden den Blick in die Seele ermöglichen und einen Teil preisgeben, den man nicht sehen wollte. Wer sich z. B. selbst zusammen mit dem Verstorbenen am Todestag im Spiegel sah, wäre demnach der nächste, der sterben würde. In Deutschland hat zum größten Teil das Christentum die Art und Weise geprägt, wie wir Verstorbene beerdigen und Bestattungszeremonien ablaufen. Verstarb ein Ehepartner war es bei Eheleuten üblich, ein Jahr lang zu trauern und schwarze Kleidung zu tragen. Die Kleidung deutete darauf hin, ob es sich um einen Witwer oder eine Witwe handelte.

Modernes Leben – Vorbereitung der Bestattung

Nachdem ein Gespräch mit dem Bestatter oder auch Pastor erfolgt, muss die Entscheidung über Erd- oder Feuerbestattung getroffen werden. Der Termin für die Beisetzung wird gewählt und die Trauerzeremonie im Rahmen des Bestattungsinstituts gehalten. Bei der Zeremonie ziehen wir schwarze bzw. gedeckte Kleidung an, entzünden Kerzen, dekorieren die Trauerhalle meist mit weißen Blumen. Blumengewinde schmücken den Sarg bzw. die Urne. Die Idee des Zeremoniells ist die der christlichen Bitte nach Auferstehung,- oder bei nicht-kirchlicher Beerdigung, die der Ruhe und Vollendung des Lebens. Heutzutage kümmert sich der Bestatter um den Toten. Über das Institut wird alles Notwendige geregelt. Hier wird auch die Aufgabe übernommen, den Leichnam des Verstorbenen für das Aufbahren in dem so genannten Abschiedsraum herzurichten. Im Abschiedsraum haben die Angehörigen die Möglichkeit, den Verstorbenen noch einmal zu sehen und Abschied zu nehmen.

Trauerzeremonie – Gelegenheit zur Mitgestaltung

In unserer modernen Zeit entwickeln sich Tendenzen, Trauerzeremonien nicht unbedingt nach gewohnten Traditionen abzuhalten, wenn auch zum Teil Organisationen und Richtlinien, zeitliche Abläufe, Institutionen oder gesetzliche Rahmenbedingungen die Freiheit bei der Mitgestaltung erschweren. Wir sehen jedoch, die geringere Zugehörigkeit zur Religion oder strengen kulturellen Regeln lässt einige Barrieren fallen und eröffnet neue Möglichkeiten. Mit dem Resultat, als Mensch die Abschiedszeremonie positiv und fröhlich mitzugestalten,- es eröffnen sich neue Wege, so über den Tod hinaus Positives zu sehen. In unserer westlichen Hemisphäre haftet den Begleitumständen im Zusammenhang mit Tod und Abschied naturgemäß ein traurig-negativer Charakter an. Sehr oft trifft uns dieses Ereignis unvorbereitet: das bedeutet für alle Hinterbliebenen gleichermaßen, das Erlebte zu verarbeiten und den unmittelbaren Angehörigen eine Perspektive von Hoffnung und Leben zu geben. Es ist naheliegend, dass nebst Trauer und Verlust der Wunsch aufkommt, die individuelle Gestaltung der Trauerfeier zu übernehmen und Hoffnung und Licht zu schenken. Zum einen, um sich selbst besser zu fühlen, zum anderen, um den Verstorbenen zu ehren und die Zeremonie persönlich zu gestalten.

Musikauswahl – Erinnerungen gestalten bei der Trauerfeier

Die typische Musikauswahl bei Trauerfeiern muss dabei nicht mehr, oder zumindest nicht ausschließlich, aus Trauerkompositionen und Trauermusik bestehen, sondern kann zum Teil auch fröhlich und beschwingt sein. Eine Idee der Selbstgestaltung wäre beispielsweise, die musikalische Untermalung mit bekannten Lieblingstiteln des Verstorbenen. Es ließe sich eine Atmosphäre schaffen, in der die Trauergäste auf besondere Art an den Verstorbenen erinnert würden und gleichzeitig die Möglichkeit geboten, auf ganz individuelle Weise Abschied zu nehmen. Dabei ist eine Musikauswahl, die nicht unbedingt den klassisch-schwermütigen Trauerliedern entspricht, sondern eine eher heitere sowie positive Grundstimmung verbreitet, durchaus kein Tabu. Sie kann vielmehr dabei helfen, den Verlust eines nahestehenden Menschen zu verarbeiten und gleichzeitig als wichtigen Teil des Lebens zu akzeptieren.

Klassische Musikbeispiele mit positiver Stimmung

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