Warum Grille, Grashüpfer und Heuschrecke Meister des Musizierens sind

Gibt es so etwas überhaupt? Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass nicht nur wir Menschen musizieren? Tatsächlich musiziert eine ganz bestimmte Insektenkategorie miteinander. Keine andere Gruppe erzeugt so viele verschiedene Klänge wie die Heuschrecke.

Und das tut sie, als ginge es um Leben oder Tod. Den Grillen und Heuschrecken geht es in erster Linie zwar nicht um ihr eigenes Leben, jedoch um den Erhalt ihrer Art und Kinder. Nur ein guter Musiker hat jedoch tatsächlich Chancen bei den Weibchen – und das ist ein überaus delikates und gefährliches Spiel.

Weshalb Insekten und Musik zusammen passen

Übung macht ja bekanntlich den Meister. Doch die Insekten sind auch überaus beliebt als Delikatesse bei Vögeln und anderen Insektenfängern. Überlegen Sie sich einmal die Tragweite der Situation: War es doch nicht schon schwer genug für Grille, Grashüpfer und Heuschrecke das Leben als Musiker zu bestreiten, bekommt das Üben für die Musikanten schnell eine tragische Wendung. Dennoch, wer hier Glück bei den Weibchen haben will, singt sein Lied. Nur die besonders begabten unter ihnen fallen dabei vor allem durch ihre Gesangskünste auf. Die Anstrengung des hohen Zirpens, dem Gefiedel der Nacht, dem Hintergrundeinerlei einer dürftigen Abendromantik, macht den Insekten nicht nur großen Aufwand und Mühe, sondern lässt andere Mitstreiter wissen, dass dieses Revier besetzt ist.

Balzgesänge und Warnsignale von Grille, Grashüpfer und Heuschrecke

Die „Balzgesänge“ bestehen aus festen Rhythmen, die jedoch nicht unterbrochen werden sollten. Nur dann kann es zur schlussendlichen Paarung sowie gegenseitigen Stimulierung der Insekten kommen. Zudem wird mit Hilfe von Sound und Zirpen vor Gefahr und Feinden gewarnt. Interessant auch, dass der Gesang die Tiere stark voneinander unterscheidet und eine Abgrenzung verschiedener Arten möglich ist. Man kann sie dadurch selektiv unterscheiden. Dennoch ist es fast unmöglich für Forscher, alle 20 000 verschiedene Arten anhand des Gezirpe zu unterscheiden, wenn auch theoretisch möglich.

Wie Heuschrecken musizieren können

Anders als Menschen besitzen die Heuschrecken und Grillen ihre Instrumente bereits am eigenen Körper. Normalerweise fährt die Grille die Flügel über die „Schrillkante“ des anderen, um eine unglaublich schnelle und hohe Frequenz zu erzeugen. Manche reiben auch ihre Flügel einander, andere machen Gebrauch von ihren Beinen, die sie etwa wie einen Bogen über eine Saite übereinander ziehen. Die Heuschrecke öffnet dann den Flügel und erzeugt dabei, ähnlich wie bei einem Klangkörperinstrument, den typischen Klang. Allein die Männchen sind in der Lage, durch ihren Gesang aufzufallen. Die Weibchen können nur schwach auf deren Ruf antworten, folgen jedoch dem auserwählten Männchen wie dem Rattenfänger von Hameln.

Insekten-Sound in lauen Sommerabenden

Das Gezirpe in lauen Sommerabenden wird vielfach als Entspannung empfunden, deshalb hier ein Tipp aus der Natur:

Zikaden nutzen einen Klick-Mechanismus, der in der Schnelle einem Schnarren gleicht. Andere Arten nutzen ihre Hinterbeine als Schlegel und Trommeln auf einem Blatt. An sommerlichen Abendstunden kommen die Eichenheuschrecken zusammen und tummeln sich in Gärten, jedoch ohne Klang und Sang. Doch durch hochgehobene Flügel wird die Hinterleibsspitze als Trommel gebraucht, um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Wir sehen also, die Art der Sounderzeugung der Schrecke gibt den Ton an. In weiten Teilen Europas lassen die meisten „Langfühlerschrecken“ ein monotones Surren hören, das mit ansteigender Temperatur schneller und höher im Klang wird.

In warmen Ländern ist beispielsweise die Singzikade bekannt für ihre Kunst des Surrens und Pfeifens.

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