Musik und Emotion – Verknüpfung der Sinne

Wie beeinflusst Musik unsere Emotionen? Liegt es in der Macht der Musik, uns beim Zuhören traurig, fröhlich oder glücklich zu stimmen? Fragen, mit denen sich Musik- und Neurowissenschaftler bereits seit längerem beschäftigen.

Was genau geschieht im Gehirn bei der Wahrnehmung von Musik? Ob bewusst oder unbewusst – Musik weckt auf jeden Fall Emotionen. Und dies, obwohl jeder Töne und Klänge, Harmonien und Dissonanzen, Moll oder Dur auf seine eigene Art und Weise hört und somit die hervorgerufenen Emotionen von Mensch zu Mensch unterschiedlich und äußerst individuell sind. Eine allgemein gültige Wirkungsweise von Musik auf alle Menschen ist nicht gegeben, da sie auch von Faktoren wie Alter, Geschlecht, Herkunft und Kultur sowie der Persönlichkeit des Einzelnen abhängt.

Stimmungen mit Musik erzeugen

Die Forscher sind sich nicht ganz einig – bestimmt die jeweilige Stimmungslage die Wahl der Musik oder ist es umgekehrt und Musik versetzt den Zuhörer in eine bestimmte Stimmung? So sollen Studien zeigen, dass einer der wichtigsten Gründe des Musikhörens in der Stimmungsregulation liege. Musik verknüpft Emotionen, spricht die Sinne an. Tendenziell neigt man jedoch eher zu Musikstücken, die der jeweiligen Stimmung entsprechen. Wer beispielsweise traurig ist oder sich einsam fühlt, wird wenig Lust auf lustige und heitere Musik verspüren. Die Emotionen ließen sich nicht so ohne Weiteres umkehren. Während es jedoch durchaus sinnvoll ist, mit entsprechender Musik Hektik und Stress entspannend entgegenzuwirken, soll traurige Musik die Traurigkeit eher mindern.

Was Musik in uns auslösen kann

Musik ist Motivation, Musik verknüpft Emotionen. Das Wechselspiel von Spannungsaufbau und Auflösung ermuntert uns zum Zuhören. Es beschert eine gewisse innere Befriedigung, sofern sich die Töne gemäß unserer inneren Erwartung abspielen. Bei depressiven Verstimmungen kann die jeweils individuelle Lieblingsmusik aufhellend wirken. Bereits 30 Minuten Lieblingsmusik sollen laut bisherigen Untersuchungsergebnissen der Wissenschaftler direkt nach dem Anhören noch für Stunden für ein besseres Befinden sorgen. Auch unbewusstes Musikhören kann zum positiven Auslöser werden, denn Musik motiviert nicht nur zum passiven Hören, sondern ebenso zu aktiven Tätigkeiten. Den Impuls zum Mitsingen, sich im Takt zu wiegen oder spontan zu tanzen kennt bestimmt der eine oder andere. Auch Erinnerungen, die mit Erlebnissen in Verbindung mit der entsprechenden Musik stehen, können geweckt werden. So bleiben Ereignisse besonders aus den jungen Jahren im Gedächtnis, die beim späteren Wiederhören beliebig abrufbar werden.

Foto: Waldkunst, pixabay

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